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JOCHEN STENGER MOMENTI ITALIANI
15.11.2003 – 21.12.2003
Werner Kumpf
"Impressionen"

Der Photographie wird nachgesagt, sie sei eine Abbildung der Realität. Kann Realität abgebildet werden? Was ist Realität?

Meine Arbeit sehe ich nicht als objektive Wiedergabe der Wirklichkeit, denn vielmehr als Umsetzung meiner subjektiven Wahrnehmung und Empfindung zwischen Objekt und Subjekt, unter Zuhilfenahme von Kameratechnik und Chemie.
Mut zu haben, die Seele sprechen zu lassen, sich durch das Bild dem Betrachter gegenüber zu offenbaren und dadurch zu kommunizieren, das ist meine Photographie.



Mein Arbeitsfeld ist hauptsächlich die Landschaftsphotographie. Hierbei arbeite ich nicht an speziellen Themen, sondern sehr situationsbestimmt. Aus den Gegebenheiten (Licht, Wetter, Jahreszeit, Standort) erstelle ich meine Bilder sehr gefühlsorientiert und spontan, manchmal bei guten Ortskenntnissen auch  geplant. Hierbei ist es notwendig, eine genaue Bildvorstellung zu erarbeiten, diese konsequent über die zur Verfügung stehenden Kenntnisse und Erfahrungen im Umgang mit Kamera, Film und Dunkelkammertechnik zu realisieren.

In erster Linie arbeite ich in Negativformat 8/10" mit einer Toyo Laufbodenkamera, die ich für meine Arbeitsweise speziell modifiziert habe. Die Negativentwicklung erfolgt nach einer etwas ausgefallenen Technik. Die Negative werden nach Sicht in Pyrogallol entwickelt.

Sehr viel Zeit widme ich der Ausarbeitung der Positive in der Dunkelkammer. Hierbei ist es notwendig, die Bildvorstellung mit den natürlichen gegebenen Bedingungen in Übereinstimmung zu bringen, denn anders als im Photostudio ist es bei der Landschaftsphotographie nur bedingt möglich, mit der Beleuchtung zu gestalten. Vielmehr ist durch Beobachtung und Kenntnis des Lichtes zu unterschiedlichen Tages- bzw. Jahreszeiten und den Abstimmungsmöglichkeiten im Negativ- bzw. Positivprozess das vorgestellte Bild zu realisieren.

Die konventionelle analoge Laborarbeit bietet mir die Möglichkeit, den Verlauf des Positivprozesses in jeder Verarbeitungssituation genau zu beobachten und gestalterisch einzugreifen, um so eine maximale Bildwirkung zu erreichen. Hierbei schule ich gleichzeitig meine Wahrnehmungsfähigkeit während der Laborarbeit. Dies halte ich für einen ganz besonders wichtigen Vorteil der analogen Arbeitsweise, um gestaltend und harmonisierend zwischen Bildvorstellung und Bildwirkung zu arbeiten.

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