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JOCHEN STENGER MOMENTI ITALIANI
25.06.2006 – 23.07.2006
Andreas Weidner

"Images Pittoresques"

Andreas Weidner stellt sich durch seine Erotikfotografie in einem völlig neuen stilistischen Gewand vor. Konventionelle Aktaufnahmen dürfen hierbei nicht erwartet werden. In einem Genre, das bis in den letzten Winkel menschlicher Körperlichkeit abfotografiert wurde, sucht er nicht das Neue sondern die Neuinterpretation. Der Reiz der Erotik vermittelt sich oft genau in den Dingen, die nicht auf den ersten Blick erkennbar sind. Das Versteckte, Verspielte, Verrückte des erotischen Blicks findet in seinen Fotografien eine kongeniale Entsprechung, fast möchte man sagen eine Spiegelung. In seinen Fotografien lösen sich Konturen und Details bis ins Abstrakte auf, durchaus vergleichbar mit Kohlezeichnungen, die durch Verwischen mit dem Finger nachbearbeitet wurden und den Fotografien Eckpfeiler an Bewegung und Dynamik verleihen. Unschärfe versteht der Fotograf als Feigenblatt, das vermeintlich pornografische Züge verdecken soll. Netzstrumpfhosen, Dessous, Masken, Ketten oder Handschellen sind tatsächlich nicht mehr als gestalterische Elemente, welche der schlicht in schwarzweiß gehaltenen Bildfläche Struktur verleihen und dem Betrachter in einer Welt abstrakter Formensprache gegenständliche Bezugspunkte anbieten. Mehr als Nacktheit oder Körperkult stehen originäre Bildideen und Kompositionen im Vordergrund: Andreas Weidner verschachtelt, splittet oder spiegelt Realitäten. Die Renaissance seiner Modelle als Kunstobjekte zwischen Fetischfantasie und Ikonisierung bedarf keiner Digitaltechnik. Wenn Weidner einem Körper Züge eines Mosaiks verleiht, geht der technischen Umsetzung eine lange Planung voraus. Der Fotograf zitiert Lüste und Laster gerade züchtig genug, um Zensur zu vermeiden, deutlich genug, um Emotionen hervorzurufen.


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