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JOCHEN STENGER MOMENTI ITALIANI
13.11. – 11.12.2011
Koschies
"THE HUMAN RACE"

Technik
Die von KOSCHIES verwendete analoge Schlitzkamera verfügt über keinen normalen Verschlussmechanismus, sondern über einen schmalen Aufnahmeschlitz, der permanent geöffnet ist und einen Film belichtet, der sich kontinuierlich hinter diesem Schlitz vorbeibewegt. Die Schlitzkamera hält auf laufendem Film einen Ausschnitt des Raumes in der Zeit fest; an der Schnittstelle zwischen Photographie und Film transponiert diese Technik ein zeitliches Nacheinander in ein räumliches Nebeneinander. Die Beziehung von Raum und Zeit wird in eine Form gebracht, die mit menschlichen Sinnen erfassbar ist.

Werk
Der großformatige Bilderzyklus THE HUMAN RACE steht in der ästhetischen Tradition des Futurismus sowie in der inhaltlichen Tradition der inszenierten Einsamkeit im Sinne von Caspar David Friedrich und Edward Hopper. Ähnlich wie bei vielen Motiven Hoppers werden die abgebildeten Figuren von einem starken Licht- und Schattenspiel charakterisiert. Im Gegensatz zu Friedrich und Hopper entbehrt die Darstellung der Einsamkeit jeder Statik; die Figuren bewegen sich mit großer Dynamik, scheinbar schwebend durch den abstrakten „Zeitraum“, der in seiner Höhendimension den Raum, in seiner Längendimension die Zeit abbildet. Die Motive – auf Schwarzweiß-Negativfilm aufgenommen und nicht digital verfremdet – haben in der rein räumlichen Realität in dieser Form nie existiert. Die abgebildeten Personen verkörpern eher Situationen und symbolische Haltungen als wirkliche Individuen. Der Zustand der Geschwindigkeit, in dem sich die aufgenommenen Menschen befinden, entbehrt scheinbar der Schwerkraft; sie scheinen entwurzelt zu sein, gefangen in einem nahezu grotesk anmutenden Schwebezustand.

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