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JOCHEN STENGER MOMENTI ITALIANI
02.05.2004 – 23.05.2004
Uschi Hermanutz
"Das letzte Kapitel" - Schönheit des Zerfalls

In ihren Arbeiten erschafft sich Uschi Hermanutz ihre eigenen Bildwelten, sie spielt geradezu auf der Klaviatur ihrer Möglichkeiten: da wird hier und da gekleckst, Toner aufgetragen, Details herausgebleicht, da wird mit Schärfe und Unschärfe gespielt, geknittert und gekratzt und mitunter auch Regeln der Fotografie aufgebrochen. Eine besondere Vorliebe entwickelt sie für Bilder, die wie aus den Kindertagen der Fotografie wirken und fand dabei zu ihren eigenen Methoden. Ganz in der klassisch-analogen Fotografie aufgehend, erweitert sie schließlich ihr Repertoire auch um einige alternative Printing-Verfahren wie beispielsweise das der Cyanotypie und des Salzdruckes.

In der Dunkelkammer arbeitet Hermanutz einzig aus dem Bauchgefühl heraus, lässt sich Zeit, folgt dem Motiv in der Ausarbeitung, offen für dessen Entwicklung und Veränderung. Charakteristische Gemeinsam-keiten in fast allen Arbeiten ist die extrem dunkle Low-Key Ausarbeitung in monochromen Tönen und die damit verbundene Lichtführung, diesem Wechsel zwischen tiefen Schatten und teils gleißendem Licht. Hermautz´ fotografische Arbeiten sind ein feines Kammerspiel in wunderbar erdigen Tönen.

So besonders ihre Ausarbeitungen auch sind, es sind die einfachen, eher unscheinbaren Dinge, in denen Hermanutz ihre Motive findet. Zumeist Dinge der Vergangenheit, marode Gebäude, für die sie seit jeher ein Faible hat. Sie nimmt die Welt auf ihre Weise wahr. Es geht ihr nicht um das vordergründige, spektakuläre Motiv, sondern darum, die leisen Töne des vermeintlich Unscheinbaren zum Klingen zu bringen.

Die Fotografie ist das Medium dafür, diese inneren Bilder zu projizieren – entscheidend ist hierbei zunächst die Aufnahmekomposition des Motivs beim Blick durch die Kamera. Danach entstehen in akribisch und zugleich gefühlvoller Ausarbeitung einzigartig malerische Bilder, welche stets ihre unverkennbare Handschrift tragen.
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