GALERIE FOTOGRAFEN » AUSSTELLUNGENAKTUELLES KONTAKT IMPRESSUM
JOCHEN STENGER MOMENTI ITALIANI

13.03. – 10.04.2011
Meike Fischer
"Reportagefotografie"

"WAS ÜBRIG BLEIBT"
Im Rahmen einer aus mehreren Einzelprojekten bestehenden fotografischen Langzeitdokumentation über meine Großeltern, erschien es mir wichtig zu zeigen was am Ende übrig blieb: Nach dem Tod des Großvaters lebte die Großmutter noch ein knappes Jahr in ihrem Haus, dann blieb es stark verlebt, teils schon dem Verfall überlassen, angefüllt mit Habseligkeiten, die jahrzehntelang gesammelt wurden, zurück.

Ein Haus gefüllt mit Erinnerungen, die langsam verblassen, tote Gegenstände, die die Zeit überdauern und die Erinnerung an Menschen, die mir lange Zeit nahe waren und doch auch immer ein wenig fremd geblieben sind, in Ihrer eigenen kleinen Welt. Das Verschwinden und die "Spurensicherung" sind neben der Untersuchung des Alltagslebens wiederkehrende Themen, mit denen ich mich fotografisch befasse.

Das Projekt wurde mit Mitteln der VG Bildkunst realisiert und im Forum von "Camera Austria" (Magazin über zeitgenössische Fotokunst) im Winter 2009/2010 vorgestellt.

“URBANE NACHTLANDSCHAFTEN”
In der Serie Urbane Nachtlandschaften befasse ich mich mit (vorwiegend) abseitig gelegenen Urbanen Gebieten, die sich dem Betrachter in der Nacht völlig anders als bei Tageslicht präsentieren. Durch die Fotografie kann man in der Nacht sichtbar machen, was dem Auge sonst verborgen bleibt und die Grenzen des Sehens überwinden. Durch besonders knappe Belichtung wiederum wirken Orte durch die Schwärze der Nacht und die Abwesenheit von Tageslicht und Leben auch besonders unheimlich. Obwohl einige der Orte sich mitten in Frankfurt befinden, beschleicht den Betrachter durch die teilweise extreme Dunkelheit, die mehr verbirgt als zeigt, ein Gefühl des Unbehagens und des Alleineseins.

“8qm, TISCH, BETT, STUHL”
Fotoessay über ein ehemaliges Frauengefängnis kurze Zeit nach dessen Schließung. Die Zellen verfügen über eine Fläche von ca. 8 Quadratmetern. Sie sind mit einem Bett, einer Toilettenschüssel, einem Tisch und einem Stuhl ausgestattet. Dazu gibt es ein Waschbecken mit einem kleinen Spiegel. Manche Zellen sind farbig gestrichen – jedoch nach Vorstellungen von Gefängnismitarbeiterinnen, die diese Zellen gestaltet haben. Die Häftlinge hatten jeweils eine kleine Pinwand, an der sie persönliche Dinge aufhängen durften. Nachdem die Zellen geräumt waren, zeugen in Tische und Wände eingeritzte Daten, Namen und Liebesbeteuerungen von Einsamkeit, Warten, Wut und Träumen der Inhaftierten. Das Gefängnis wartet derzeit auf seinen Abriss.

« zurück zur Übersicht